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Partnerstädte von Waldkappel

Europaflagge

 

 

 

 

                               Vereinigung zur Förderung der 
                    Europäischen Zusammenarbeit e.V.  (VFEZ)

 

 

Bürgerbegegnung in Waldkappel
mit den Freunden aus den Partnerstädten Carhaix (F) und Hazerswoude (NL)
vom 25. Mai bis 28. Mai 2017

Projekttitel: Flüchtlinge und Europa,
die neue Herausforderung für die EU

 

Fröhliches Treffen trotz babylonischen Sprachwirren

Französisch, Niederländisch, Englisch und Deutsch sind die Sprachen, die sonst bei den Bürgerbegegnungen mit den Waldkappeler Partnerstädten zu hören sind. Doch diesmal kam noch Arabisch, Kurdisch und Persisch hinzu. Die Verständigung war aber trotzdem sehr gut.

Der Waldkappeler Städtepartnerschaftsverein, die „Vereinigung zur Förderung der Europäischen Zusammenarbeit e.V.“ hatte diesmal zu einem von der EU geförderten Projekt mit dem Titel:Flüchtlinge und Europa - die neue Herausforderung für die EU“ eingeladen.

In dem Projekt wurden Informationen über die Situation der derzeitigen Flüchtlinge in Waldkappel, der Integration der Heimatvertriebenen nach dem Krieg in Waldkappel und die 70-jährige Nachkriegsgeschichte über Flucht und Vertreibung von Menschen aus aller Welt im Friedlandmuseum vermittelt. Für die Bürger aus den drei verschwisterten Städten Carhaix (F), Hazerswoude (NL) und Waldkappel sollte das Ganze auch als europäische Herausforderung erlebt werden.

Gestartet wurde die Begegnung beim traditionellen Maibaumfällen auf dem Werenfriedplatz vor der Bonifatiussiedlung in Waldkappel. Das Wiedersehen der Freunde aus den Partnerstädten war wie immer sehr herzlich und in der lockeren Atmosphäre der Veranstaltung gleich besonders fröhlich. Auch wurden schon einzelne Kontakte zu den neuen Waldkappeler Mitbürgern geknüpft.

Am Vormittag des nächsten Tages wurde gemeinsam mit den Gästen und den Flüchtlingen das Heimkehrer Museum in Friedland besucht. Dort wurde erfahren, dass die gegenwärtige Flüchtlingssituation gar nicht so neu ist. In den letzten 70 Jahren waren ständig Menschen unterwegs. Teils auf der Suche nach ihrem alten oder nach einem neuen Zuhause. Die Ursachen hierfür waren fast immer Kriege.

Anschließend wurde Hann. Münden besucht. Beim Picknick und der Fahrt auf der Weser wurde das Kennenlernen der neuen Mitbürger vertieft.

Am nächsten Vormittag wurde in der Karlheinz-Böhm-Schule Waldkappel gemeinsam gekocht. Dabei wurden arabische, französische, niederländische und deutsche Gerichte zubereitet.

Parallel hierzu stellte Cecile Oranje ihr Buch: „Mama es ist Krieg“ vor. In dem Buch wurden sehr eindrucksvoll die Kriegserlebnisse von niederländischen und deutschen Kindern während des zweiten Weltkrieges geschildert. Einige sehr bewegende Passagen wurden den interessierten Gästen vorgetragen. Danach wurde von Herrn Richter vom Waldkappeler Geschichtsverein über den Aufbau der Bonifatiussiedlung in Waldkappel berichtet. Besonders herausgestellt wurde hierbei die Arbeit von Werenfried van Straaten, dem niederländischen Pater, der mit seiner unbeirrbaren Nächstenliebe in Belgien die Menschen überzeugte, Lebensmittel für die hungernden Menschen des ehemaligen Feindes zu spenden. Sein erfolgreiches Wirken brachte ihm den Beinamen „der Speckpater“ ein. Darüber hinaus gründete er den Baugesellenorden, welcher durch aktive Arbeit die Wohnungsnot der Deutschen mit linderte und ganz besonders beim Aufbau der Bonifatiussiedlung in Waldkappel aktiv war. Hier wurde schon Jahre vor der Gründung der EU europäisches Miteinander praktiziert. Der Vormittag fand seinen schönen Ausklang beim „Europaspiel“. In dem fröhlichen Geschicklichkeitswettbewerb der multinationalen Mannschaften wurde locker, aber auch sehr eindrucksvoll gezeigt, dass es weder sprachliche noch kulturelle Probleme gibt, wenn alle ein gemeinsames Ziel haben.

Die Abschussveranstaltung am Samstagabend begann mit Redebeiträgen von Vertretern der Partnerstädte und Vertretern der Politik aus Waldkappel und der Region. In den Reden wurden nochmal die Risiken und die Chancen der neuen Zuwanderungen aufgezeigt. Es wurde auch im Rückblick auf die in Friedland und beim Vortrag über die Bonifatiussiedlung aufgezeigten Informationen klargestellt, dass vergleichbare Herausforderungen in der Vergangenheit bewältigt wurden. Daraus lässt sich gut die Zuversicht ableiten, dass auch das diesmal wieder gelingen wird. Und dies besonders dann, wenn das Ganze als eine europäische Herausforderung verstanden wird. Der weitere Abend verlief dann beim geselligen Beisammensein, der diesmal seinen Abschluss mit arabischen Tänzen fand.

Am Sonntagvormittag hieß es dann Abschiednehmen. Das Wiedersehen wurde für das nächste Jahr in Hazerswoude (NL) verabredet. Auch einige der neuen Mitbürger haben sich gleich bei ihren neuen Freunden aus Holland zu diesem Besuch angemeldet.

 

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